Wild satt – Rentierfleisch gehört in Skandinavien auf jeden Teller

Åke Siikavuopio liebt Fleisch. Am liebsten würde er es dreimal täglich essen. Aber das verkneift sich der 80-Jährige dann doch. „Weil ich Fleisch schätze, genieße ich es – und versuche nicht zu maßlos zu sein“, sagt er. Dabei wäre genug da. Im Schuppen, der als natürliche Gefrierkammer dient, hängt ein halbes Rentier an einem Fleischerhaken von der Decke. Der alte Schwede hat es vor einigen Tagen selbst erlegt und geschlachtet.

Eine Metzgerei gibt es in Naimakka, 235 Kilometer nördlich des Polarkreises, nicht. Und auch keinen Supermarkt. Eigentlich gibt es dort nichts, außer der kleinen Wetterstation, die Åke betreibt. Er bekommt nur selten Besuch. Als einziger Bewohner des Orts ist er die meiste Zeit auf sich allein gestellt. Wenn er einkaufen muss, setzt er sich aufs Schneemobil und brettert über die flache Weite ins nächste Dorf – ein ziemlicher Aufwand.

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Eine nährstoffreiche Delikatesse

Nur an Fleisch mangelt es nicht. Denn Rentierherden gibt es an der Grenze zu Lappland genug. Für Åke ist ihr Fleisch Grundnahrungsmittel, in Skandinavien ein absoluter Klassiker. Nur hierzulande ist das magere Wildbret weitgehend unbekannt. Zu Unrecht! Denn es ist eine echte Delikatesse, dazu besonders nährstoffreich.

Die Lebensweise der domestizierten Rentierherden unterscheidet sich kaum von der ihrer wilden Artgenossen. In den Wintermonaten ernähren sich die Tiere überwiegend von Rentierflechten, einem strauchartigen Gewächs, das sie mit ihren breiten Hufen unter Schnee freischarren. Jedes Tier frisst täglich etwa zwei Kilo davon. Die mineralstoffreiche Kost hinterlässt Spuren. So weist Rentierfleisch hohe Mengen an Vitamin B12, Selen, Zink und Eisen auf. Darüber hinaus ist es reich an Omega-Drei-Fettsäuren.

Viel Bewegung, wenig Fett

Studien weisen in Rentierfleisch ähnlich hohe Nährstoffwerte wie in Meeresfrüchten nach. Damit zählt es zu den gesündesten Fleischsorten der Welt. Geschmacklich erinnert es an Rotwild. Außergewöhnlich ist auch sein extrem niedriger Fettanteil. Er liegt bei gerade einmal zwei Prozent. Am mageren Muskelfleisch zeigen sich die bis zu 5.000 Kilometer, die manche Herden bei ihren Wanderungen jährlich zurücklegen. Die Hirten folgen dem Ren, nicht das Ren den Hirten – lautet eine alte Weisheit der Samen, einem Nomadenvolk der Region.

Åke folgt seinem Bauchgefühl. Und das führt ihn in die Speisekammer. An diesem Abend steht wieder einmal Rentier auf dem Speiseplan – genauer gesagt, ein ordentliches Stück vom geräucherten Rentierschinken. Åke stellt ihn selbst her. „Viel ist nicht mehr da. Er schmeckt einfach zu gut“, sagt er und grinst. „Ich werde bald neuen machen müssen.“

Das Räuchern hat jahrhundertelange Tradition und geht zurück auf die Samen. Åke hat es von seinem Vater gelernt und der von seinem Vater. Die wichtigste Zutat ist Geduld. „Ein guter Schinken braucht Zeit“, sagt er. Und die nimmt sich Åke. Denn in Naimakka gehen die Uhren langsamer.

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Das Rentier zählt zu den am weitesten nördlich lebenden Großsäugern. Seine Robustheit ermöglicht es ihm deutlich kältere Temperaturen auszuhalten als andere Nutztiere. Doch nicht nur zu Lebzeiten sind die Geweihträger äußerst kälteresistent: Aufgrund des niedrigen Fettgehalts kann Rentierfleisch bis zu zwei Jahre eingefroren gelagert werden, ohne dass es an Qualität und Geschmack verliert. Entscheidend für den Fettgehalt, und somit die Haltbarkeit, sind Wildart, Fütterung sowie Alter und Geschlecht des Tieres.

Die stressfreie Lebensweise in der Natur, mit viel Bewegungsfreiheit und abwechslungsreicher Nahrung, trägt entscheidend zum feinen Wildgeschmack des Rentierfleisches bei. Außerdem ist es mit einem Eiweißgehalt von rund 23 %, vielen verschiedenen Aminosäuren, Vitaminen (A, B1, B2, B6, B12, Niacin, Panthothensäure und Biotin), Mineralstoffen und Spurenelementen ein wertvoller Energielieferant.

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Rentier Jerky

Die Rentierzucht und das Wissen um die Fleischverarbeitung gehören seit Jahrhunderten zum Leben der Samen. So hat auch der Verzehr von Trockenfleisch eine lange Tradition. Im Finnischen als „Kuivaliha“ bekannt, half das getrocknete Rentierfleisch schon den Wikingern durch kalte Winter und wird bis heute als Köstlichkeit geschätzt.

Der Online-Delikatessenhändler RENJER liefert eine moderne Interpretation des traditionellen Snacks. Das verwendete Rentierfleisch stammt aus nachhaltiger Jagd in Lappland und wird von erfahrenen Produktionspartnern nach einem geheimen Rezept von Hand zubereitet. Nahrhaft, naturbelassen und mit dem richtigen Biss bringt das Rentier Jerky den authentischen Geschmack Skandinaviens auf die Zunge. Unbedingt probieren!

Für mehr Informationen: https://www.renjer.ky/de

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Comments
  • Dieter
    Antworten

    Das Jerky von Renjer ist der Hammer! 🙂
    Ich persönlich bin mir jedoch nicht sicher, ob ich nicht den Elch noch besser finde.
    Auf alle Fälle haben die Produkte höchste Qualität.

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